HARAMITA ZEN IM BERGISCHEN LAND

Was machen wir, wenn wir Zazen machen? Natürlich kann man darauf antworten:
Wir konzentrieren uns auf die Haltung des Rückens, darauf, dass sie gut senkrecht ist.
Wir drücken mit der Schädeldecke in den Himmel, mit den Knien in den Boden. Wir sind aufmerksam auf die Atmung, und lassen die Gedanken vorüberziehen.

Selbst diese einfachen Erklärungen drücken nicht die Ganzheit von Zazen aus. Nichts ersetzt die Erfahrung, Zazen zu machen. Diese Erfahrung lässt sich in keiner Definition fassen. Wenn man wirklich Zazen macht, lässt man sich von der Konzentration auf die Haltung absorbieren. Unser dualistischer Geist, der Geist, der Unterscheidungen trifft, ist aufgegeben. Wir werden nicht mehr von seiner Funktionsweise dominiert. In Zazen ergreift der Geist nichts mehr. So harmonisiert man sich unbewusst und natürlich mit dem nichtfassbaren Charakter von Allem. Man macht, ohne zu machen. Man handelt, ohne zu handeln, d.h. ohne Gegenstand, ohne sein persönliches Bewusstsein zu benutzen. Letztlich lässt man Zazen machen.

Meister Roland Yuno Rech