KINHIN

Man steht aufrecht, die Wirbelsäule ist ganz gerade, das Kinn zurückgezogen, der Nacken gestreckt, der Blick drei Meter vor dem Körper nach unten gerichtet, d.h. etwa in Höhe der Taille der Person, die vor einem geht, wenn man im Gänsemarsch läuft. Die linke Faust umschließt den linken Daumen und liegt auf dem Solarplexus. Die rechte Hand umschließt die linke Faust, und beide Hände werden beim Ausatmen gegen den Solarplexus gedrückt. Die Ellbogen sind nach außen gerichtet, die Unterarme werden in der Waagerechten gehalten, die Schultern sind locker und nach hinten geworfen.

Zu Beginn der Ausatmung setzt man den rechten Fuß um eine halbe Fußlänge nach vorne und drückt mit der Wurzel des großen Zehs auf den Boden, so als wolle man eine Spur hinterlassen. Das Knie ist gestreckt und die rechte Körperseite befindet sich vom Scheitel bis zu den Zehenspitzen in Spannung. Das hintere Bein und die linke Körperseite sind locker und entspannt. Gleichzeitig atmet man durch die Nase aus: langsam, tief und lautlos. Man geht bis ans Ende der Ausatmung und lässt die Einatmung von selbst kommen.
Mit der Einatmung macht man einen Schritt nach vorne, und der ganze Vorgang beginnt von Neuem, indem man das Gewicht auf den linken Fuß verlagert und das rechte Bein locker lässt.
Dieses Gehen ist rhythmisch wie das Watscheln einer Ente, wobei Spannung und Entspannung, Einatmung und Ausatmung, linke Seite und rechte Seite abwechseln. Die Zen-Meister sagen, man müsse sich bewegen wie ein Tiger im Wald, wie ein Drachen im Meer.
Heinz-Jürgen Metzger, www.buddhaweg.de